Aufarbeitungsstudie DPSG
Februar 2026

Am 5. Februar 2026 hat die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) die Ergebnisse einer unabhängigen wissenschaftlichen Studie zur Aufarbeitung von sexualisierter und spiritueller Gewalt im Verband veröffentlicht. Ziel der Studie war es, Strukturen, Erfahrungen und notwendige Veränderungen zu identifizieren, um den Kinder- und Jugendschutz weiter zu stärken.

Die Veröffentlichung stellt einen wichtigen Schritt im laufenden Aufarbeitungsprozess dar. Der Verband erkennt das Leid der Betroffenen ausdrücklich an und hat angekündigt, die Ergebnisse intensiv auszuwerten und daraus nachhaltige Veränderungen abzuleiten. Alle Ebenen des Verbandes – von den Stämmen bis zur Bundesebene – sind aufgefordert, ihre Strukturen, Traditionen und Schutzkonzepte zu reflektieren und weiterzuentwickeln, um die DPSG langfristig zu einem sicheren Ort für alle zu machen.

Konkrete Maßnahmen werden derzeit auf Grundlage der Studienergebnisse erarbeitet. Die DPSG betont, dass sie Verantwortung übernimmt und den Aufarbeitungsprozess aktiv und transparent weiterführen wird.

Weitere Informationen, der vollständige Forschungsbericht sowie begleitende Materialien sind auf der offiziellen Website der DPSG verfügbar. Zudem werden Austauschformate angeboten, um Fragen zu klären und die Ergebnisse gemeinsam zu reflektieren.

Was bedeutet das für unseren Stamm?

Ein transparenter Umgang mit den Studienergebnissen und den eigenen Schutzmaßnahmen ist uns ein zentrales Anliegen. In der Gesamtleitendenrunde (GLR) setzt sich die Leitendenrunde intensiv mit den Ergebnissen auseinandergesetzt und diskutiert diese gemeinsam.

Unser Stamm stellt für sich den Anspruch eines sicheren Orts für alle Mitglieder. Bereits seit vielen Jahren legen unsere Leitenden und Mitarbeitenden zu Beginn ihrer Tätigkeit ein erweitertes Führungszeugnis vor, nehmen an Präventionsschulungen teil und unterzeichnen eine Selbstverpflichtungserklärung.

Darüber hinaus hat sich der gesamte Stamm – einschließlich der Grüpplinge aller Stufen – in einem rund zweijährigen Prozess intensiv mit dem Schutz von Kindern und Jugendlichen beschäftigt und gemeinsam an der Ausarbeitung eines Schutzkonzepts gearbeitet.

Auf der Stammesversammlung 2026 wurde zudem ein ausgearbeitetes Onboarding-Konzept für neue Leitende vorgestellt. Gleichzeitig wurde eine Arbeitsgruppe Qualitätsmanagement offiziell eingesetzt, die sich fortlaufend mit der Sicherung und Weiterentwicklung unserer Standards befasst.

Der Prozess geht weiter

Wir sind uns bewusst: Ein Schutzkonzept, eine fundierte Leitendenausbildung, anonyme Kontaktmöglichkeiten sowie ein strukturiertes Onboarding sind wichtige Bausteine auf dem Weg zu einem sicheren Stamm. Gleichzeitig ist Schutz kein abgeschlossener Zustand, sondern ein fortlaufender Prozess, der kontinuierliche (Selbst-)Reflexion, offenen Dialog und gemeinsamen Austausch erfordert.

Diesen Weg gehen wir als Stamm – verantwortungsvoll, aufmerksam und gemeinsam.

Berichterstattung Westfälische Rundschau (WR Hagen Süd)

Am 16.04.2026 veröffentlichte die WR Hagen Süd einen Austausch zu den Erkenntnissen aus der Aufarbeitungsstudie mit den Vorständen der DPSG-Stämme aus Dahl/Rummenohl, Hohenlimburg, Hagen und Boele-Helfe. Weitere Informationen dazu hier.

Offizielle Stellungsnahme (Elternbrief)