Was bedeutet Pfadfinderei für mich? Diese Frage haben sich unsere Kinder und Jugendlichen im Sommerlager 2026 gestellt. Die Antwort kam nicht in Worten, sondern in Bildern, fotografiert mit analogen Kameras.

Vom 10. bis 29. August waren wir mit 80 Personen 19 Tage lang in Belgien unterwegs: Kinder und Jugendliche von 6 bis 18 Jahren und ihre Leitenden. Die Idee zum Fotoprojekt kam von den Kindern und Jugendlichen selbst. Sie wollten das Lager nicht nur erleben, sondern bewusst wahrnehmen und festhalten: Was sehe ich? Was ist mir wichtig? Welche Momente sind für unsere Gruppe wertvoll?

Vom Bildergespräch zum eigenen Foto

Zum Einstieg haben wir uns gemeinsam ganz unterschiedliche Bilder angeschaut, von lachenden Menschen über Naturaufnahmen bis zu Alltagsgegenständen. Daraus wurden spannende Gespräche darüber, welche Werte, Erlebnisse und Gefühle wir mit Pfadfinderei verbinden.

Danach ging es an die Technik: Im Workshop „Analoge Fotografie“ haben Leiterinnen und Leiter mit Fotoerfahrung gezeigt, wie die Kamera funktioniert und worauf es bei einem guten Bildaufbau ankommt. Der Workshop war Teil unseres Kreativprogramms zu Lagerbeginn, zusammen mit Wappen bemalen, Schilder bauen und Batiken.

Jede Stufe hat ihren eigenen Weg gefunden

Den Rest des Lagers haben die Teilnehmenden selbst dokumentiert, und jede Stufe hat sich dafür eine eigene Lösung überlegt:

  • Wölflinge: Jedes Kind bekam die Kamera für einen Tag und durfte bis zu vier Fotos machen.
  • Jungpfadfinder: Die Aufnahmen wurden auf die Zelte verteilt, jedes Zelt hatte bis zu 18 Fotos.
  • Pfadfinder: Die Kamera lag im Gemeinschaftszelt, und wer Lust hatte, konnte fotografieren.
  • Rover: Eine Person begleitete das Lager als Journalistin.

133 Fotos und jedes davon bewusst gemacht

Mit 5 Kameras und 6 Filmen sind am Ende 133 Fotos entstanden. Sie zeigen Gemeinschaft und Freundschaft, Abenteuer und Lagerleben, Natur und Umwelt und das, was für die Kinder und Jugendlichen ganz persönlich „pfadfinderisch“ ist.

Einfach war das nicht: Bei einer analogen Kamera sieht man das Bild nicht sofort, und so ist nicht jede Aufnahme so geworden, wie gedacht. Manche Fotos sind zu hell oder zu dunkel. Aber genau das gehört dazu. Weil jeder Film nur eine begrenzte Zahl an Bildern hat, wurde jedes Foto bewusst ausgewählt. Die analoge Fotografie hat den Blick verlangsamt und auf das Wesentliche gelenkt.

Die Ausstellung am Stammestag

Am 19. September haben wir die entwickelten Bilder beim Stammestag ausgestellt. Rund 100 Gäste waren angemeldet, und die Rückmeldungen waren durchweg begeistert. Eltern, Gemeinde und Freunde des Stammes konnten das Sommerlager so einmal nicht aus Sicht der Leitung sehen, sondern mit den Augen der Kinder und Jugendlichen.

Zu vielen Fotos gab es Geschichten zu erzählen: wann genau das Bild entstanden ist und was drumherum los war. Viele wussten sogar noch genau, wer welches Bild gemacht hatte. Der meistgehörte Satz des Tages war:

Das Bild hab ich gemacht!

Nach der Ausstellung durften alle Teilnehmenden des Sommerlagers die Fotos mit nach Hause nehmen.

Und wie geht es weiter?

Für uns war das Projekt ein voller Erfolg. Die Kinder und Jugendlichen haben das Lager bewusster erlebt, sich intensiv mit dem Erlebten beschäftigt und ihre eigene Sicht stolz gezeigt. Und das Projekt geht weiter: Jede Stufe hat jetzt ihre eigene Analogkamera, die auch in den nächsten Sommerlagern mit dabei ist.

Danke!

Ein großes Dankeschön geht an die Stiftung DPSG, die das Projekt mit 250 € gefördert hat. Damit konnten wir Kameras, Filme, die Filmentwicklung und die Fotoabzüge für die Ausstellung finanzieren. Ohne diese Unterstützung wäre das Projekt nicht möglich gewesen.

Gut Pfad!